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Stammgäste sind mehr als eine Buchungsnummer
Warum persönliche Wertschätzung und Gastfreundschaft auch im digitalen Alltag zählen.

Freie Wähler Norderney: Digitalisierung kann vieles erleichtern – persönliche Wertschätzung kann sie aber nicht ersetzen
Norderney lebt vom Tourismus. Darüber müssen wir nicht diskutieren.
Aber Tourismus besteht nicht nur aus Übernachtungszahlen, Gästebeiträgen, Apps, Buchungssystemen, Reichweiten, Marketingkampagnen und immer neuen digitalen Angeboten.
Tourismus lebt vor allem von Menschen.
Und unter diesen Menschen gibt es eine Gruppe, die für Norderney einen ganz besonderen Stellenwert haben sollte: unsere Stammgäste.
Viele Gäste kommen nicht zwei- oder dreimal auf die Insel. Sie kommen seit Jahrzehnten.
20 Jahre. 30 Jahre. 40 Jahre. Manche sogar 50 Jahre und länger.
Für viele von ihnen ist Norderney längst weit mehr als ein Urlaubsort geworden. Sie kennen Straßen, Geschäfte, Restaurants und Gastgeber seit Jahrzehnten. Sie haben erlebt, wie sich die Insel verändert hat. Sie haben hier Freundschaften
geschlossen, ihre Kinder mitgebracht und später vielleicht sogar ihre Enkel.
Manche kennen Norderney inzwischen wahrscheinlich besser als viele Menschen, die nur für einige Jahre beruflich mit dem Tourismus unserer Insel zu tun haben.
Und genau deshalb stellen wir als Freie Wähler Norderney eine einfache Frage:
Zeigen wir diesen Menschen eigentlich noch ausreichend, wie wichtig sie für unsere Insel sind?
Früher spielte persönliche Wertschätzung eine größere Rolle
Viele langjährige Norderney-Gäste erinnern sich noch an Zeiten, in denen besondere Urlaubstreue persönlich gewürdigt wurde.
Es ging dabei nie um den materiellen Wert einer Aufmerksamkeit.
Eine Urkunde, ein kleines Präsent, ein persönliches Gespräch oder einfach ein offizielles Dankeschön konnten etwas vermitteln, das sich mit keinem digitalen Bonusprogramm ersetzen lässt:
„Wir haben gesehen, dass Ihr uns seit vielen Jahren die Treue haltet. Danke dafür.“
Genau dieser Gedanke ist entscheidend.
Denn Treue ist niemals selbstverständlich.
Gerade in einer Zeit, in der Urlaubsziele miteinander um Gäste konkurrieren und Menschen praktisch die ganze Welt mit wenigen Klicks buchen können, ist es etwas Besonderes, wenn jemand Jahr für Jahr sagt:
Wir fahren wieder nach Norderney.
Diese Entscheidung sollte uns etwas bedeuten.
Stammgäste haben zum Erfolg Norderneys beigetragen
Wer über Jahrzehnte regelmäßig auf Norderney Urlaub macht, hinterlässt nicht nur schöne Erinnerungen.
Diese Gäste haben unsere Insel wirtschaftlich mitgetragen.
Sie haben über Jahre und Jahrzehnte Gästebeiträge gezahlt.
Sie haben in Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen übernachtet.
Sie haben beim Bäcker Brötchen gekauft, im Einzelhandel eingekauft, Restaurants besucht, Strandkörbe gemietet, Veranstaltungen besucht und Dienstleistungen auf der Insel genutzt.
Und sie haben etwas getan, das für einen Urlaubsort beinahe unbezahlbar ist:
Sie haben Norderney weiterempfohlen.
An Freunde, Arbeitskollegen, Kinder und Enkel.
Aus Gästen wurden Stammgäste. Aus Stammgästen wurden teilweise ganze Generationen von Norderney-Urlaubern.
Diesen Anteil am Erfolg unserer Insel sollte man nicht unterschätzen.
Digitalisierung ist kein Ersatz für Gastfreundschaft
Gleichzeitig erleben wir eine Entwicklung, die wir durchaus kritisch sehen.
Immer mehr Abläufe werden digitalisiert.
Onlinebuchung, Apps, QR-Codes, digitale Tickets, Automaten und bargeldlose Angebote sollen Prozesse vereinfachen und Kosten reduzieren.
Digitalisierung kann sinnvoll sein. Sie kann Gästen vieles erleichtern und Beschäftigte entlasten.
Aber Digitalisierung darf niemals zum Selbstzweck werden.
Und vor allem darf sie nicht dazu führen, dass aus persönlicher Gastfreundschaft zunehmend eine anonyme Kundenabwicklung wird.
Auf der offiziellen Internetseite des Staatsbades stehen heute beispielsweise die NorderneyCard, digitale Buchungsmöglichkeiten und zahlreiche damit verbundene Leistungen im Mittelpunkt. Gästen wird ausdrücklich empfohlen, Leistungen
bereits vor der Reise online zu buchen. Auch die JahresCard richtet sich an Menschen, die besonders häufig nach Norderney kommen.
Das alles kann praktisch sein.
Aber eine Karte kennt keine Erinnerungen.
Ein QR-Code bedankt sich nicht für 40 Jahre Treue.
Und eine App kann einem Menschen nicht persönlich sagen:
„Schön, dass Sie immer wieder zu uns kommen.“
Genau diese menschliche Seite dürfen wir nicht verlieren.
Viel Geld für Marketing – aber was tun wir für diejenigen, die längst überzeugt sind?
Norderney investiert seit vielen Jahren erhebliche Summen in touristische Infrastruktur, Positionierung und Vermarktung. Die Staatsbad Norderney GmbH verweist selbst auf Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro innerhalb von zehn
Jahren sowie auf verschiedene Marketingkampagnen zur Positionierung der Insel.
Marketing ist notwendig.
Natürlich müssen auch neue Gäste auf Norderney aufmerksam gemacht werden.
Aber wir sollten uns trotzdem eine Frage erlauben:
Wie viel Aufmerksamkeit schenken wir eigentlich den Gästen, die wir gar nicht mehr überzeugen müssen, weil sie Norderney seit Jahrzehnten lieben?
Es wäre aus unserer Sicht ein Fehler, ausschließlich darüber nachzudenken, wie man neue Zielgruppen erreicht, während diejenigen, die Jahr für Jahr wiederkommen, irgendwann nur noch als Datensatz in einem digitalen System erscheinen.
Ein guter Tourismusbetrieb weiß:
Einen neuen Kunden zu gewinnen ist wichtig.
Einen treuen Kunden über Jahrzehnte zu behalten, ist mindestens genauso wertvoll.
Für eine Urlaubsinsel gilt das erst recht.
Eine Stammgäste-Ehrung muss nicht teuer sein
Deshalb möchten wir eine Diskussion darüber anstoßen, ob Norderney wieder eine sichtbare und zeitgemäße Form der Stammgäste-Würdigung schaffen sollte.
Dabei geht es ausdrücklich nicht um teure Geschenke .
Es könnten beispielsweise besondere Jubiläen der Urlaubstreue gewürdigt werden – etwa nach 20, 30, 40 oder 50 Jahren regelmäßiger Norderney-Besuche.
Die konkrete Ausgestaltung müsste gemeinsam entwickelt werden.
Vorstellbar wären eine persönliche Urkunde, eine kleine typisch Norderneyer Aufmerksamkeit, eine Einladung zu einem Empfang oder einer Veranstaltung oder vielleicht auch eine besondere Anerkennung, die es nur für langjährige Stammgäste
gibt.
Entscheidend wäre nicht der Geldwert.
Entscheidend wäre die Botschaft:
Norderney sieht Eure Treue.
Und:
Norderney sagt Danke.
Vielleicht müssen wir wieder etwas persönlicher werden
Wir sprechen auf Norderney häufig über Qualitätstourismus.
Qualität zeigt sich aber nicht nur in neuen Gebäuden, moderner Technik oder digitalen Angeboten.
Qualität zeigt sich auch darin, wie man Menschen behandelt.
Gerade unsere älteren Stammgäste gehören zu einer Generation, für die ein persönliches Gespräch, eine Begrüßung mit Namen oder eine kleine Aufmerksamkeit häufig einen höheren Stellenwert besitzt als das nächste digitale Angebot.
Das bedeutet nicht, dass wir zurück in die Vergangenheit wollen.
Es bedeutet lediglich:
Fortschritt und Menschlichkeit dürfen keine Gegensätze sein.
Wir können digitaler werden und trotzdem persönlich bleiben.
Wir können neue Zielgruppen ansprechen und trotzdem unsere Stammgäste pflegen.
Wir können moderne Vermarktung betreiben und gleichzeitig alte Verbundenheit würdigen.
Das eine schließt das andere nicht aus.
Die eigentliche Frage lautet: Welche Art von Gastgeber wollen wir sein?
Norderney bezeichnet sich nicht ohne Grund für viele Menschen als „meine Insel“.
Aber eine solche emotionale Bindung entsteht nicht durch einen Werbeslogan allein.
Sie entsteht dadurch, dass Menschen sich willkommen fühlen.
Sie entsteht durch Erinnerungen.
Durch Begegnungen.
Durch Gastgeber, die jemanden nach Jahren wiedererkennen.
Und durch das Gefühl:
Hier freue ich mich nicht nur auf die Insel – hier freut man sich auch auf mich.
Genau dieses Gefühl sollten wir erhalten.
Deshalb meinen wir als Freie Wähler Norderney :
Es wäre an der Zeit, erneut darüber nachzudenken, wie wir unseren langjährigen Gästen sichtbar Danke sagen können.
Nicht mit großem Aufwand.
Nicht mit einem weiteren komplizierten System.
Und vielleicht ausnahmsweise einmal nicht mit einer App .
Sondern persönlich, ehrlich und herzlich.
Denn bei aller Digitalisierung dürfen wir eines niemals vergessen:
Stammgäste sind keine Buchungsnummern.
Sie sind Menschen, die unserer Insel über Jahrzehnte die Treue gehalten haben.
Und Treue verdient Wertschätzung.
Wir möchten Eure Erfahrungen hören
Wie lange kommt Ihr bereits nach Norderney?
Erinnert Ihr Euch noch an frühere Formen der Stammgäste-Ehrung?
Habt Ihr selbst schon einmal eine Urkunde oder eine Aufmerksamkeit für Eure Urlaubstreue erhalten?
Und wie könnte eine zeitgemäße Stammgäste-Ehrung heute aussehen?
Schreibt uns Eure Erinnerungen und Ideen.
Freie Wähler Norderney Bürgernah. Unabhängig. Für unsere Insel.
Übernommen von der bisherigen FWN-Webseite. Die Ausschusszuordnung dient der thematischen Orientierung.
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