Torsten Barteldrees – zuhören, Klartext reden, anpacken

Liebe Norderneyerinnen und Norderneyer,

mein Name ist Torsten Barteldrees, ich bin 62 Jahre alt, verheiratet – mit der besten Ehefrau aller Zeiten – und kandidiere am 13. September für den Rat der Stadt Norderney.

Zu meinen Hobbys gehören die Fliegerei und der Ausdauersport. Viele Jahre war ich beim TuS Norderney in der Sportabzeichengruppe als Prüfer aktiv. Dabei habe ich gelernt: Ziele erreicht man nicht durch große Worte, sondern durch Ausdauer, Verlässlichkeit und die Bereitschaft, sich anzustrengen. Genau diese Haltung möchte ich auch in den Stadtrat einbringen.

Als Norderneyer in dritter Generation bin ich tief mit unserer Insel verbunden. Nach meiner Schulzeit und meiner Ausbildung in der Schweiz sowie im Raum Düsseldorf und Köln zog es mich schnell zurück in die Heimat. Seit fast 40 Jahren lebe und arbeite ich wieder durchgehend auf Norderney.

Viele kennen mich noch aus meiner Zeit in der Gastronomie. Seit mittlerweile zehn Jahren arbeite ich im Büro einer Ferienwohnungsvermietung. Ich kenne daher zwei der wichtigsten wirtschaftlichen Bereiche unserer Insel nicht nur aus Sitzungen, Statistiken oder Hochglanzbroschüren, sondern aus der täglichen Praxis.

Warum kandidiere ich?

Weil ich nicht länger nur zuschauen und mich über Entscheidungen ärgern möchte, die an den Bedürfnissen vieler Norderneyerinnen und Norderneyer vorbeigehen.

Ich verfolge das politische und gesellschaftliche Geschehen auf unserer Insel seit Jahrzehnten. Dabei habe ich zunehmend den Eindruck gewonnen, dass den Bürgerinnen und Bürgern zwar häufig zugehört wird, ihre Sorgen und Anregungen bei den tatsächlichen Entscheidungen aber zu oft keine ausreichende Rolle spielen.

Das muss sich ändern.

Ich stehe für mehr Bürgernähe, mehr Transparenz und klare Kante. Entscheidungen müssen nachvollziehbar sein. Kritik darf nicht als Störung betrachtet werden. Und Politik darf nicht nur erklären, warum etwas angeblich nicht möglich ist. Sie muss nach Wegen suchen, wie es möglich werden kann.

Mit 62 Jahren und vier Jahrzehnten Berufserfahrung auf der Insel muss ich keine politische Karriere mehr beginnen. Ich brauche keinen Titel und keinen Posten. Mir geht es um die Sache, um Ehrlichkeit und um die Menschen, mit denen ich jeden Tag auf dieser Insel zusammenlebe.

Ich werde nicht zu allem Ja und Amen sagen. Ich werde Fragen stellen, auch wenn sie unbequem sind. Und ich werde meine Meinung vertreten, selbst wenn Gegenwind kommt.

Meine Schwerpunkte für Norderney

Wirtschaft, Tourismus und Verkehr zusammen denken

Der Tourismus ist die wirtschaftliche Lebensader unserer Insel. Ohne Gäste funktionieren viele Betriebe nicht, Arbeitsplätze gehen verloren und wichtige Einnahmen fehlen. Gleichzeitig darf Tourismus nicht zulasten der Lebensqualität der Insulaner gehen.

Durch meine Erfahrungen in der Gastronomie und der Vermietung weiß ich, wo es im täglichen Betrieb hakt und welche Folgen politische Entscheidungen für Unternehmen, Beschäftigte, Vermieter und Gäste haben können.

Ich möchte ein Bindeglied zwischen Wirtschaft, Tourismus und Bevölkerung sein. Norderney funktioniert nur, wenn wirtschaftlicher Erfolg und Lebensqualität Hand in Hand gehen.

Auch beim Verkehr brauchen wir durchdachte und alltagstaugliche Lösungen. Verkehrsberuhigung darf nicht nur aus Verboten bestehen. Wir benötigen Konzepte, die Anwohner, Beschäftigte, Handwerker, Gewerbetreibende und Gäste gleichermaßen berücksichtigen.

Wohnraum für Einheimische sichern

Ich kenne den Norderneyer Wohnungsmarkt aus der täglichen Praxis. Ich weiß, wie schwer es für junge Familien, Fachkräfte und langjährige Insulaner geworden ist, geeigneten und bezahlbaren Wohnraum zu finden.

Dabei ist mir Glaubwürdigkeit wichtig: Beruflich arbeite ich zwar in einer Ferienwohnungsvermietung, privat vermiete ich meine Wohnungen jedoch ausschließlich als Dauerwohnraum.

Wir müssen vorhandenen Dauerwohnraum besser schützen, neue bezahlbare Wohnungen schaffen und genauer hinsehen, wenn bestehende Regelungen umgangen werden. Norderney darf nicht zu einer Insel werden, auf der zwar viele Menschen Urlaub machen, aber immer weniger Einheimische dauerhaft leben können.

Eine lebendige Inselgemeinschaft braucht Kinder, Familien, Beschäftigte und ältere Menschen – nicht nur Ferienwohnungen und Zweitwohnsitze.

Würdevolles Altern auf Norderney

Dieses Thema liegt mir besonders am Herzen.

Wer sein Leben lang auf Norderney gearbeitet, seine Familie gegründet, Vereine unterstützt und zur Gemeinschaft beigetragen hat, muss auch im Alter auf seiner Heimatinsel bleiben können.

Ich habe in meiner eigenen Familie erlebt, wie schwierig und belastend es sein kann, die Betreuung eines pflegebedürftigen Angehörigen auf Norderney zu organisieren. Hinter Begriffen wie Pflegebedarf, Betreuung oder Unterbringung stehen echte Menschen, erschöpfte Angehörige und Familien, die häufig an ihre Grenzen kommen.

Hier besteht erheblicher Nachholbedarf.

Ich werde mich für verlässliche Pflegeangebote, eine bessere Unterstützung pflegender Angehöriger und bezahlbaren, altersgerechten Wohnraum einsetzen. Ein würdevoller Lebensabend auf Norderney darf keine Frage des Geldbeutels oder des Zufalls sein.

Natur schützen – aber mit Augenmaß

Unsere einzigartige Natur ist unsere Heimat und zugleich die Grundlage des Tourismus. Sie muss geschützt werden.

Doch Naturschutz funktioniert auf einer bewohnten Insel nur gemeinsam mit den Menschen, die hier leben und arbeiten. Neue Vorgaben und Einschränkungen müssen verständlich, nachvollziehbar und verhältnismäßig sein.

Ich stehe für einen Natur- und Klimaschutz mit Augenmaß, der unsere Insel bewahrt, ohne das Leben auf ihr immer weiter einzuschränken. Der Schutz der Natur und der Erhalt unserer Norderneyer Identität dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Keine leeren Versprechen

Ich werde nicht behaupten, dass sich jedes Problem innerhalb weniger Monate lösen lässt. Aber ich verspreche, dass ich zuhören, nachfragen und nicht lockerlassen werde.

Politik darf nicht hinter verschlossenen Türen stattfinden. Sie muss erklären, diskutieren und auch Kritik aushalten. Der Rat der Stadt ist kein Selbstzweck. Er ist den Bürgerinnen und Bürgern verpflichtet.

Ich möchte dazu beitragen, dass Entscheidungen wieder näher an der Lebenswirklichkeit der Menschen getroffen werden.

Für mehr Bürgernähe.
Für ehrliche und transparente Entscheidungen.
Für ein lebenswertes Norderney.
Und für eine Politik, die nicht nur redet, sondern anpackt.

Für Fragen, Anregungen, Kritik oder ein persönliches Gespräch stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung.

Ihr

Torsten Barteldrees
Kandidat der Freien Wähler Norderney
zur Kommunalwahl am 13. September 2026

Bauturbo mit Kolbenfresser?


Beim Betrachten des Livestreams der letzten Bauausschusssitzung wollte bei mir nicht so recht das Gefühl aufkommen, dass der viel beschworene „Bauturbo“ tatsächlich Fahrt aufnimmt.

Ein Bauvorhaben für Festwohnungen am Hafen erhielt keine Zustimmung. Bereits bei der Vorstellung stellten sich mir allerdings die Nackenhaare auf: Sinngemäß wurde die Frage aufgeworfen, ob der Bauherr dafür bekannt sei, sich an Vorgaben zur dauerhaften Vermietung nicht zu halten.

Ich frage mich: Gehört eine solche Aussage in die öffentliche Beratung eines Bauantrags? Worauf stützt sie sich, und inwieweit ist sie überhaupt belegt?

Nach meinem Verständnis wurden ausdrücklich Festwohnungen beantragt. Bestehen Zweifel an der späteren Nutzung, könnten doch klare und rechtssichere Auflagen vereinbart werden – ähnlich wie bei anderen Projekten, etwa in der Gartenstadt. Kontrolle statt Unterstellung wäre aus meiner Sicht der bessere Weg.

Seit Jahren wird zu Recht über den fehlenden Wohnraum auf Norderney gesprochen. Wenn jemand bereit ist, in Festwohnungen zu investieren, sollte man deshalb gemeinsam nach tragfähigen Lösungen suchen – selbstverständlich unter klaren Bedingungen und mit wirksamen Kontrollen.

Auch bei der geplanten Erweiterung eines Wohnhauses in der Innenstadt hatte ich bereits während der Vorstellung den Eindruck, dass der Antrag in der vorgelegten Form kaum Aussicht auf Zustimmung haben würde.

Als Bürger frage ich mich dann: Warum wird nicht schon im Vorfeld intensiver mit dem Bauherrn gesprochen? Warum sagt man ihm nicht frühzeitig, welche Änderungen erforderlich wären und mit welcher Planung deutlich bessere Genehmigungschancen bestünden?

Ein „Bauturbo“ besteht für mich nicht darin, Anträge schneller abzulehnen. Er müsste bedeuten, Antragsteller frühzeitig zu beraten, Probleme klar zu benennen und gemeinsam genehmigungsfähige Lösungen zu entwickeln.

Hayo Moroni wird sich zu den Vorgängen sicherlich ebenfalls noch einmal äußern. Er ist mit den Gegebenheiten viel besser vertraut

Wohnraum entsteht nicht durch Überschriften und Schlagworte. Wohnraum entsteht, wenn Verwaltung, Politik und Bauherren lösungsorientiert zusammenarbeiten.

Sonst wird aus dem Bauturbo schnell ein Bauturbo mit Kolbenfresser.

Torsten Barteldrees